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Soll und Haben - Ernste Allgemeine Zeitung
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Soll und Haben

Was man nicht hat, soll man vielleicht nicht haben.

„Soll“ und „Haben“  – zwei Begriffe, die wohl den meisten schon mindestens einmal unter die Ohren gekommen sind.

„Ja klar, ich sage ja dauernd zu meinen Kindern: ‚Das sollst du nicht machen!‘ oder ‚Das kannst du nicht haben.‘“

Na gut – wohl die meisten haben die Begriffe schon in dem Kontext gehört, wie sie hier erklärt werden.

Was hat es nun mit den beiden auf sich?

Man mag vieles haben und doch soll es manchmal nicht sein. Der wirtschaftswissenschaftliche Terminus hat hiermit freilich nichts zu tun. Schauen Sie hinsichtlich dieser These bei den Philosophen vorbei.

„Soll“ und „Haben“ sind Begriffe aus dem Rechnungswesen.

„Ist das ein Wesen, das alles für mich ausrechnen kann?“

Nein, aber das ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften. Rechnen steht hier eher nicht im Vordergrund, Rechnungen dagegen sehr wohl – betriebliche Rechnungen i.S.v. Abrechnungen, Zahlungsaufstellungen.

Auch hat der betriebswirtschaftliche Begriff nichts mit „Soll“ und „Haben“ eines Girokontos zu tun. Bei diesem geht es nur darum, dass Zugänge im Haben und Abgänge im Soll gebucht werden.

Die buchhalterische Verwendung der Termini unterscheidet sich davon grundlegend und kann nicht derart vereinfacht werden.

Ich möchte es so erklären, dass man es gut verstehen soll, um es nachher verstanden zu haben.

Wenn bei einem Unternehmen (bitte nicht „Firma“ – da wälzt sich der Jurist im Grabe) Geschäftsvorfälle vorfallen (ja, Vorfälle fallen eben vor), dann hat es diese zu buchen.

Wir wollen uns mit ein paar wenigen, ganz simplen Beispielen begnügen:

Ein Bahnunternehmen (wenn dort denn einmal gearbeitet wird) kauft einen neuen Waggon ein. Es bezahlt dafür an den Hersteller 50.000 Euro per Überweisung. Was hat es zu buchen?

Hier kommen jetzt Soll und Haben ins Spiel. Diese Begriffe bilden nämlich die zwei Seiten eines Buchungskontos ab. „Soll“ steht immer auf der linken, „Haben“ auf der rechten Seite. Nun muss festgehalten werden, dass 50.000 Euro von Bankkonto weg sind und ein Waggon im Wert von 50.000 Euro hinzugekommen ist. Wir nennen das Bankkonto einleuchtender Weise „Bank“, Waggons fassen wir auf dem Konto „Sachanlagen“ (vereinfacht – normalerweise gibt es hier Unterkonten) zusammen.

Nun wird auf dem Konto „Bank“ – einem sog. Bestandskonto – rechts auf der Haben-Seite der Betrag von 50.000 Euro gebucht. Sie sehen, dass hier etwas, das weg geht, auf der Haben-Seite gebucht wird. Hier ist das Wort „Haben“ äußerst missverständlich, denn das was dort gebucht wird, hat man ja gerade nicht mehr.

Bank_Konto

Dagegen wird der Waggon mit 50.000 Euro im Konto „Sachanlagen“ – auch ein Bestandskonto – links im Soll gebucht. Und dies, obwohl man den Waggon jetzt ja nun hat und ihn nicht erst bekommen soll. Verwirrend, oder?

Sachanlagen_Konto

Vorliegend handelte es sich um aktive Bestandskonten. Bei passiven Bestandskonten, z.B. „Verbindlichkeiten“ ist es umgekehrt, wie im folgenden Beispiel.

Dass man sich am Wortlaut der Begriffe aber am besten gar nicht orientieren solle, zeigt nachfolgendes Beispiel:

Dieses Mal geht es um sog. Erfolgskonten. Erfolgskonten sind im Gegensatz zu Bestandskonten ein sog. durchlaufender Posten. Hier werden Erträge und Aufwendungen gebucht, für die kein messbarer Gegenwert existiert. Verrechnet werden diese Konten am Ende über das sog. GuV-Konto.

Unser Bahnunternehmen zahlt nun Löhne an die Mitarbeiter aus (deren Meinung nach natürlich viel zu niedrige), insgesamt 1 Mio. Euro. Dies muss es nun folgendermaßen auf dem Erfolgskonto „Löhne“ verbuchen:

Bei den Bestandskonten hätten wir einen Abgang im Haben gebucht. Bei den Erfolgskonten allerdings – ja auch bei Aufwendungen spricht man von einem „Erfolg“skonto, obwohl der Erfolg hier nicht gerade in positiver Sicht vorhanden ist – ist es genau umgekehrt. Zugänge werden im Haben und Abgänge im Soll gebucht. Vorliegend werden also die 1 Mio. Euro im Soll gebucht. Würde man beispielsweise eine anonyme Spende eines wohlhabenden Fernbus-Unternehmens erhalten, würde diese im Haben gebucht.

Loehne_Konto

Dies ist damit zu erklären, dass hier nachher wiederum eine Verrechnung auf dem GuV-Konto erfolgt und die Buchungssätze immer „Soll an Haben“ oder „Haben an Soll“ lauten müssen. Dies möchte ich hier nicht weiter erläutern.

Ich hoffe, ich habe mein Soll hiermit erfüllt. Aber wer es nicht verstanden hat, soll es vielleicht auch nicht verstanden haben.

So bleibt mir nun nur noch zu sagen: An Soll und Haben nicht verzagen, sondern einen Schritt zum Rechnungswesen wagen.

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Christian Küchler
Über Christian Küchler

Christian Küchler ist Gründer der Ernsten Allgemeinen Zeitung und momentan alleiniger Betreiber. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

1 Kommentar zu Soll und Haben

  1. Guter Beitrag! Flixbus ist wirklich die Alternative was die Bahn und Fernbusunternehmen angeht. Die Preise sind einfach unschlagbar.

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