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Kinder wollen nicht mehr Lokomotivführer werden; Bahn erlebt Ansturm von Jugendlichen - Ernste Allgemeine Zeitung
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Kinder wollen nicht mehr Lokomotivführer werden; Bahn erlebt Ansturm von Jugendlichen

Ein Beruf treibt Keil zwischen Generationen

Berlin – Ist die Deutsche Bahn ein attraktiver Arbeitgeber oder nicht? An dieser Frage scheiden sich derzeit die Geister. Fragt man Jugendliche, ist vor allem eine Anstellung als Triebwagenführer beliebt wie nie. Die Mehrheit der unter 13-Jährigen äußert hinsichtlich des zukünftigen Berufswunsches nun nicht mehr „Lokomotivführer“. Feuerwehrmann und Pilot sind dagegen gefragt wie eh und je.

Jim Knopf erlebt rapiden Absatzrückgang

Auch im Einzelhandel ist der Umschwung im allgemeinen Meinungsbild der Knirpse schon spürbar. Einige Buchhandlungen haben bereits sämtliche Jim-Knopf-Bände aus ihrem Sortiment verkauft. Diese würden einfach nicht mehr gekauft. Hauptgrund hierfür ist nach Angaben von Hagen Duebel, Betreiber einer Berliner Buchhandlung, vor allem der zweite Teil des Titels. Viele Kinder würden von „Lokomotivführer“ abgeschreckt. Selbst „Friedhof der Kuscheltiere“ von Stephen King sei derzeit beliebter. Aber auch aus eigenem Antrieb habe man die Bücher aus den Regalen verbannt.

„Durch die Vorkommnisse der letzten Wochen haben die Kinder ja bereits den Eindruck gewonnen, als Lokomotivführer lasse man nur Dampf ab. Das wird ja durch das Buch – in dem es bekanntlich um Dampflokomotiven geht – noch verstärkt. In Zeiten des Klimawandels halten wir die Vermittlung einer solchen Vorstellung für unverantwortlich. Wir wollen außerdem nicht, dass Belletristik auf diese Weise unnötig negativ konnotiert wird.“

Ein weiterer Grund dürfte sein, dass die Kleinen mittlerweile den Eindruck gewonnen haben könnten, man fahre als Lokomotivführer gar keine Lokomotiven. Viele Eltern hätten schließlich den Kindern verboten, Lokomotivführer – was teils in einem Atemzug mit Versicherungsvertreter und oder Politiker genannt werde – zu werden, weswegen das Interesse schlicht gesunken sei.

Demnächst soll aber ein neues Buch mit dem Titel „Claus W. der Lokomotivführer“ erscheinen. Man hofft seitens der Buchhändler, dass der Verkauf schnell ins Rollen kommt. Der Autor und Protagonist hat hieran allerdings kein Interesse bekundet.

Modelleisenbahn-Hersteller Märklin kämpft derweil gegen die Insolvenz an. Man prüft im diesem Zusammenhang Schadensersatzansprüche gegen die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL). Ein Vergleichsangebot von Märklin wurde seitens der GDL unerwarteter Weise ausgeschlagen. Man lasse sich „nicht kaufen„.

Jugendliche Rebellen

Anders sieht das Bild bei den etwas Älteren aus. Hier erlebt die Bahn einen Ansturm wie nie.

Viele Teenager versprechen sich von einer Anstellung bei der Bahn die Erfüllung ihrer innigsten Wünsche. Unter anderem sind vor allem die weiblichen Interessenten davon beeindruckt, dass man bei der Bahn ja so viel reisen könne. Hauptargument für eine Beschäftigung als Lokomotivführer/in dürfte aber sein, dass damit gerechnet wird, nicht arbeiten zu müssen und stattdessen faul herumsitzen zu können.

Außerdem könne man so gut seinen rebellischen Fantasien nachgehen. Andauernd werde demonstriert und man gehe den Oberen ordentlich auf den Leim.

„Wir graben den Anzugmenschen – Rüdiger oder wie sie alle heißen – gerne mal eine Grube, sodass sie schön dreckig werden. Endlich können wir unseren Frust an der Gesellschaft auslassen. Außerdem ist es da doch üblich, dass man nicht pünktlich zur Arbeit erscheint – da kann ich länger pennen“, meint die 16-Jährige Hannah Louisiana.

Darüber hinaus sei der Job auch abwechslungsreich. Man könne sowohl mit Zügen, als auch mit der Bevölkerung spielen. Schließlich gebe es „voll coole“ Entgleisungen, wenn auch nur verbaler Art.

Dass Lokomotivführer niemand mehr leiden kann, stört die Jugendlichen dabei – der rebellischen Grundeinstellung sei Dank – offenbar nicht. Sie wollen weiterhin auf die rechte zur Deutschen Bahn gelangen.

Gerüchteweise sucht die Bahn auch dringend nach Verstärkung im Bereich des Schienenpersonals. Offenbar will man in den nächsten Tagen etwa 100.000 Kündigungen wegen wiederholten unerlaubten Fernbleibens von der Arbeit aussprechen.

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Christian Küchler
Über Christian Küchler

Christian Küchler ist Gründer der Ernsten Allgemeinen Zeitung und momentan alleiniger Betreiber. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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